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Auswanderung nach Portugal: Wichtige steuerliche und nachfolgeplanerische Aspekte für deutsche Steuerpflichtige

Immer mehr Deutsche entscheiden sich dazu, ihren Wohnsitz nach Portugal zu verlegen und die Vorzüge des südeuropäischen Landes zu genießen. Neben dem milden Klima und den idyllischen Landschaften bietet Portugal auch steuerliche Vorteile, die insbesondere für deutsche Steuerpflichtige von Interesse sind.

Wer seinen Wohnsitz nach Portugal verlegt und den Status eines “Non-Habitual Residents” (NHR) beantragt, kann von einer vergleichsweise niedrigen Einkommensteuer profitieren. Der NHR-Status ist für zehn Jahre gültig und erlaubt es, in Portugal ansässige Einkünfte lediglich mit einem Pauschalsteuersatz von 20 Prozent zu versteuern. Zudem sind bestimmte Einkünfte, wie zum Beispiel Kapitalerträge, steuerfrei.

Auch im Bereich der Erbschafts- und Schenkungssteuern bietet Portugal Vorteile. Im Vergleich zu Deutschland sind die Steuersätze und Freibeträge in Portugal deutlich höher, was eine umfangreichere steuerliche Planung und Gestaltung ermöglicht.

Neben den steuerlichen Aspekten bietet Portugal auch ein attraktives Lebensumfeld mit einer hohen Lebensqualität und einem niedrigeren Lebenshaltungskostenindex im Vergleich zu vielen deutschen Städten. Die Landschaften Portugals, seine kulturelle Vielfalt und seine zahlreichen Freizeitmöglichkeiten machen es zu einem beliebten Auswanderungsziel.

Es ist jedoch wichtig, sich bei einer Auswanderung nach Portugal gründlich über die steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu informieren. Insbesondere die Unterschiede zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht sowie die Anforderungen an die Meldung von Vermögenswerten im Ausland sollten beachtet werden. Eine umfassende Beratung durch einen erfahrenen Steuer- und Nachfolgeplaner kann hierbei von großem Nutzen sein.

Insgesamt bietet Portugal als Auswanderungsland eine attraktive Kombination aus steuerlichen Vorteilen und einem angenehmen Lebensumfeld. Mit der richtigen Planung und Beratung kann eine Auswanderung nach Portugal für deutsche Steuerpflichtige eine lohnenswerte Option sein.

Portugal: Zahlen, Daten und Fakten

Portugal ist ein Land im Südwesten Europas und hat eine Fläche von 92.212 Quadratkilometern. Mit einer Bevölkerung von etwa 10,3 Millionen Menschen ist Portugal vergleichsweise dünn besiedelt. Die Amtssprache ist Portugiesisch und die Landeswährung ist der Euro.

Hier sind einige weitere interessante Zahlen und Fakten zu Portugal, die bei einer Auswanderung in das Land von Bedeutung sein können:

PortugalDeutschland
Lebenshaltungskostenca. 40-50%100%
Klimamediterrangemäßigt
Durchschnittseinkommen (netto)1.030€2.500€
Arbeitslosenquote7,1%5,5%
Bildungssystemkostenlos, öffentlichkostenlos, öffentlich

Die Lebenshaltungskosten in Portugal sind im Vergleich zu Deutschland niedriger, insbesondere bei Mieten und Lebensmitteln. Das Klima ist mediterran und bietet milde Winter und heiße Sommer. Das Durchschnittseinkommen in Portugal liegt bei rund 1.030 Euro netto im Monat, was im Vergleich zu Deutschland niedriger ist. Die Arbeitslosenquote in Portugal beträgt derzeit 7,1%, während sie in Deutschland bei 5,5% liegt. Das Bildungssystem in Portugal ist kostenlos und öffentlich, ähnlich wie in Deutschland.

  1. Steuerliche Auswirkungen der Auswanderung auf den Steuerpflichtigen

Wenn deutsche Staatsbürger auswandern, um sich in Portugal niederzulassen, müssen sie auch ihre steuerlichen Verpflichtungen im Auge behalten. Die Unterschiede zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht können dabei eine wichtige Rolle spielen.

2.1. Wegzugsteuer in Deutschland

Deutschland erhebt eine Wegzugsteuer, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt. Diese Steuer soll sicherstellen, dass Vermögenswerte, die in Deutschland erworben wurden, auch hier besteuert werden. Die Höhe der Wegzugsteuer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B. der Dauer des Aufenthalts im Ausland und dem Wert des Vermögens.

2.2. Unterschiede zwischen beschränkter und unbeschränkter Steuerpflicht

Wenn ein Steuerpflichtiger seinen Wohnsitz nach Portugal verlegt, wird er entweder beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtig. Bei beschränkter Steuerpflicht muss er nur die Einkünfte versteuern, die er in Portugal erzielt. Bei unbeschränkter Steuerpflicht hingegen muss er seine weltweiten Einkünfte in Portugal versteuern.

2.3. Non-Habitual Resident (NHR) Status in Portugal und seine Vorteile

Portugal bietet ausländischen Staatsbürgern, die sich für mindestens 183 Tage im Jahr in Portugal aufhalten, einen besonderen Steuerstatus: den Non-Habitual Resident (NHR) Status. Dieser bietet eine Reihe von steuerlichen Vorteilen, wie z.B. eine reduzierte Einkommensteuer oder eine Befreiung von der Besteuerung von ausländischen Einkünften.

2.4. Steuerpflicht in Portugal bei unbeschränkter Steuerpflicht in Deutschland

Wenn ein deutscher Staatsbürger nach Portugal auswandert und unbeschränkt steuerpflichtig ist, muss er seine weltweiten Einkünfte in Portugal versteuern. Dies kann zu einer Doppelbesteuerung führen, wenn Deutschland ebenfalls Steuern auf die ausländischen Einkünfte erhebt. In solchen Fällen können Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den beiden Ländern helfen, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.

Insgesamt müssen deutsche Staatsbürger, die nach Portugal auswandern, sich auf eine komplexe Steuergesetzgebung einstellen. Eine sorgfältige Planung und Beratung durch einen erfahrenen Steuerberater oder Finanzplaner kann dabei helfen, die steuerlichen Verpflichtungen zu optimieren und zu minimieren.

  1. Erbschafts- und Schenkungssteuern

Erbschafts- und Schenkungssteuern können ein wichtiger Faktor bei der Planung einer Auswanderung sein. Die Unterschiede zwischen Deutschland und Portugal in diesem Bereich können erheblich sein und sollten sorgfältig berücksichtigt werden.

3.1 Unterschiede zwischen Deutschland und Portugal

In Deutschland gibt es eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, die vom Empfänger des Vermögens gezahlt wird. Die Höhe der Steuer hängt von der Höhe des Vermögens und dem Verwandtschaftsgrad des Empfängers ab. In Portugal hingegen gibt es eine Erbschafts- und Schenkungssteuer, die vom Erben oder Beschenkten gezahlt wird. Die Höhe der Steuer hängt von der Höhe des Vermögens und dem Verwandtschaftsgrad des Verstorbenen oder Schenkers ab. Im Vergleich zu Deutschland sind die Steuersätze in Portugal tendenziell niedriger, insbesondere bei engen Verwandten.

3.2 Steuersätze und Freibeträge in Portugal im Vergleich zu Deutschland

In Portugal gibt es Freibeträge für Erbschaften und Schenkungen, die je nach Verwandtschaftsgrad variieren. Für Ehepartner und Kinder gibt es hohe Freibeträge, die bis zu 1,5 Millionen Euro betragen können. Die Steuersätze liegen in Portugal zwischen 10 und 40 Prozent, wobei die niedrigeren Steuersätze auf engere Verwandte und höhere Steuersätze auf entfernte Verwandte oder Nicht-Verwandte angewendet werden. Im Vergleich dazu liegen die Steuersätze in Deutschland zwischen 7 und 50 Prozent, wobei die niedrigeren Steuersätze auf enge Verwandte und höhere Steuersätze auf entfernte Verwandte oder Nicht-Verwandte angewendet werden. Die Freibeträge in Deutschland sind niedriger als in Portugal und betragen je nach Verwandtschaftsgrad zwischen 20.000 und 500.000 EUR.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Steuergesetzgebung in beiden Ländern komplex ist und dass die spezifischen steuerlichen Auswirkungen einer Auswanderung auf den Einzelfall abgestimmt werden sollten. Eine sorgfältige Planung und Beratung durch einen erfahrenen Steuerberater oder Nachfolgeplaner ist unerlässlich, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

  1. Besteuerung von Vermögen im Ausland

Portugal gilt als Steuerparadies für Auswanderer, jedoch müssen auch hier einige steuerliche Pflichten beachtet werden. Vor allem bei der Besteuerung von Vermögen im Ausland gibt es einige Unterschiede zwischen Portugal und Deutschland, die es zu beachten gilt.

4.1 Meldepflichten in Deutschland und Portugal

Wer als deutscher Staatsbürger ins Ausland zieht, muss seine Vermögenswerte beim Finanzamt in Deutschland melden. Diese Meldepflicht gilt auch für Vermögen, das im Ausland gehalten wird. In Portugal gibt es ähnliche Meldepflichten, die jedoch in einigen Fällen komplexer sind als in Deutschland. So müssen insbesondere Bankkonten, Wertpapiere und Lebensversicherungen im Ausland in einer speziellen Erklärung gemeldet werden, die dem portugiesischen Finanzamt jährlich vorgelegt werden muss. Bei Nichtbeachtung dieser Meldepflichten drohen hohe Strafen.

4.2 Besteuerung von Kapitalerträgen und Dividenden in Portugal im Vergleich zu Deutschland

Portugal bietet für Auswanderer einige attraktive Steuervorteile bei der Besteuerung von Kapitalerträgen und Dividenden. So sind diese Einkünfte in Portugal generell niedriger besteuert als in Deutschland. Zudem gibt es in Portugal spezielle Steuerregelungen für sogenannte Non-Habitual Residents, die es ermöglichen, Kapitalerträge und Dividenden aus dem Ausland steuerfrei zu beziehen. Allerdings gibt es auch hier einige Einschränkungen, die es zu beachten gilt.

Insgesamt ist die Besteuerung von Vermögen im Ausland in Portugal komplexer als in Deutschland. Es empfiehlt sich daher, einen erfahrenen Steuerberater hinzuzuziehen, der sich mit den steuerlichen Besonderheiten in Portugal auskennt. So können Auswanderer sicherstellen, dass sie ihre steuerlichen Pflichten erfüllen und gleichzeitig von den Steuervorteilen in Portugal profitieren.

  1. Planung der Nachfolge im Todesfall

Portugal ist ein attraktives Auswanderungsland für viele Deutsche. Eine gut durchdachte Nachfolgeplanung kann helfen, Vermögen und Erbschaften optimal zu verwalten und zu übertragen. Hier sind einige wichtige Aspekte, die bei der Planung der Nachfolge im Todesfall in Portugal zu beachten sind:

5.1 Erbrechtliche Besonderheiten in Portugal

Das portugiesische Erbrecht unterscheidet sich in einigen Punkten von dem in Deutschland. Es ist etwa in Portugal möglich, per Testament eine Person als alleinigen Erben einzusetzen, während in Deutschland gesetzliche Erbfolge gilt. Auch der Pflichtteil ist in Portugal anders geregelt. Bei der Planung der Nachfolge in Portugal sollte man sich daher mit einem Anwalt oder Notar vor Ort beraten lassen.

5.2 Gestaltungsmöglichkeiten zur Vermögensnachfolge

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Vermögensnachfolge in Portugal zu gestalten. Eine Möglichkeit ist die Gründung einer Stiftung, die das Vermögen verwaltet und die Erben begünstigt. Eine andere Möglichkeit ist die Schenkung zu Lebzeiten, um das Vermögen zu übertragen und so Steuern zu sparen. Auch eine Vorwegnahme des Erbes kann in Portugal möglich sein. Es ist jedoch wichtig, diese Optionen sorgfältig zu prüfen und sich von einem erfahrenen Berater begleiten zu lassen.

Insgesamt ist eine gute Planung der Nachfolge im Todesfall in Portugal von großer Bedeutung. Mit der richtigen Vorbereitung können Steuern gespart und Vermögen optimal übertragen werden. Eine Beratung durch einen Anwalt oder Notar vor Ort ist empfehlenswert, um die erbrechtlichen Besonderheiten in Portugal zu berücksichtigen und die Gestaltungsmöglichkeiten optimal zu nutzen.

  1. Planung der Nachfolge im Todesfall

Im Falle des Todes des Steuerpflichtigen sind eine sorgfältige Planung und Vorbereitung der Vermögensnachfolge von entscheidender Bedeutung. Hier sind die erbrechtlichen Besonderheiten in Portugal zu berücksichtigen, die sich von denen in Deutschland unterscheiden können.

6.1 Erbrechtliche Besonderheiten in Portugal

Das portugiesische Erbrecht unterscheidet sich in einigen Aspekten von dem in Deutschland. So gibt es unter anderem das Pflichtteilsrecht nicht, stattdessen haben Kinder und Ehepartner ein gesetzliches Erbrecht auf einen Teil des Nachlasses. Auch das portugiesische Erbrecht sieht die Möglichkeit vor, ein Testament aufzusetzen und die Erbfolge nach eigenen Wünschen zu gestalten. Es ist jedoch zu beachten, dass das portugiesische Erbrecht einigen formellen Anforderungen unterliegt, die eingehalten werden müssen.

6.2 Gestaltungsmöglichkeiten zur Vermögensnachfolge

Um die Vermögensnachfolge optimal zu gestalten, gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, die in Portugal genutzt werden können. Dazu gehören etwa Schenkungen, Testamente und die Gründung von Stiftungen. Jede dieser Gestaltungsmöglichkeiten hat ihre Vor- und Nachteile und sollte individuell auf die Bedürfnisse des Steuerpflichtigen abgestimmt werden. Auch steuerliche Aspekte sind hier zu berücksichtigen, um eine optimale Lösung zu finden.

Eine sorgfältige Planung und Beratung durch einen erfahrenen Finanz- und Nachfolgeplaner kann helfen, die Vermögensnachfolge im Todesfall optimal zu gestalten und Streitigkeiten unter den Erben zu vermeiden.

  1. Quellenangaben

Die in diesem Beitrag präsentierten Informationen wurden aus verschiedenen Quellen recherchiert und zusammengefasst. Wir haben uns bemüht, die Informationen so genau und vollständig wie möglich darzustellen, können jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der Informationen übernehmen.

Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag lediglich zu Informationszwecken dient und keine rechtliche Beratung darstellt. Für eine individuelle Beratung zu Ihrer spezifischen Situation sollten Sie sich an einen Steuerberater oder Anwalt wenden.

Die Quellen für diesen Beitrag sind:

  • Gesetzestexte und Verordnungen aus Deutschland und Portugal
  • Expertenmeinungen und -kommentare von erfahrenen Finanz- und Nachfolgeplanern
  • Studien und Berichte von unabhängigen Institutionen und Behörden

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Quelle: Eigene Recherche.

Henning Krischke
Author: Henning Krischke

Seit über fünf Jahren bin ich bei der DZ PRIVATBANK S.A. tätig, berate vermögende Privat- und Firmenkunden sowie Stiftungen auf die strategische und systematische Planung zur Verwaltung und Steigerung des Vermögens einer Person oder eines Unternehmens. Im Oktober 2021 habe ich das Netzwerk IFFUN UG - Informationen für Finanz- und Nachfolgeplanung gegründet, mit dem Ziel fachliche Impulsvorträge zur Wissensvermittlung zu ermöglichen. Seit Juni 2023 bin ich im FPSB Deutschland e.V. als Schatzmeister tätig und gemeinsam mit den Vorstandskollegen bestrebt, dem Ansehen der privaten Finanzplanung vermehrt Aufmerksamkeit zu ermöglichen.

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